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Das Anna und ihr Hund – Weibliche Rufnamen im Neutrum

Projektleitung: Prof. Dr. Damaris Nübling (Deutschland, Mainz), Prof. Dr. Peter Gilles (Luxemburg, Luxembourg) und Prof. Dr. Helen Christen (Schweiz, Fribourg)

Projektbeschreibung

Das trinationale DFG-Projekt untersucht die bislang unerforschte — in bundes- und schweizerdeutschen Dialekten und im Luxemburgischen vorkommende — neutrale Genuszuweisung bei nicht-diminuierten weiblichen Rufnamen (dat/et/s Anna).
Das Projekt verfolgt vor allem zwei Ziele: Erstens soll eine Bestandsaufnahme des basisdialektalen Neutrumareals vorgenommen werden. Anhand von drei Fragesätzen sollen in den drei Ländern der Definitartikel und das anaphorische Pers.Pron. mit Bezug auf eine Frau und einen Mann abgefragt werden, denn es gibt durchaus Dialekte, in denen zwar der Artikel sexuskongruent feminin ist, aber das Pronomen neutral oder umgekehrt (Typ die Anna + es; das Anna + sie). Manchmal bricht die Kongruenz auch beim Possessivpronomen oder einem anderen Genusträger um (das Anna und ihr Hund). Das zweite Ziel sind Feinanalysen in einem tiefergehenden, qualitativen Untersuchungsteil: Das trinationale Areal wird in vier Explorationsgebiete aufgeteilt, in denen Tiefenbohrungen durchgeführt werden: Pro Ortspunkt werden drei Generationen mit vier Erhebungsmethoden auf Personenreferenzen hin (Ruf-, Familien- und auch Verwandtschaftsnamen, Appellative) befragt. Durch die Berücksichtigung von der Generationen (inkl. Dialektliteratur, -wörterbücher, grammatiken) soll eine diachrone Vertiefung erzielt, nach dem Ursprung dieser Neutra gefragt sowie eine diachrone Sukzession der verschiedenen onymischen (Kongruenz-)Systeme rekonstruiert werden. Vor allem soll die genaue Qualität der Genuszuweisung ermittelt werden, die ersten Untersuchungen zufolge von Eigenschaften der Referentin bzw. der sozialen Relation zwischen Sprecher/in und Referentin abhängt: Alter(sdifferenz), sozialer Status, Beruf, Duz-, Siez-Relation, Verwandtschaft, Vertrautheit, Familienstand, Ortsansässigkeit etc. Allem Anschein nach handelt es sich um soziopragmatische Genuszuweisungen, die von der internationalen Genusforschung bislang kaum erfasst wurden, aber für die Genusdiskussion von großer Bedeutung sein werden. In vielen Dialekten handelt es sich um ein variables Genus, womit a) Genus wieder funktionalisiert und b) auch optionalisiert wurde (auf ein und dieselbe Frau kann mit zwei Genera referiert werden). Damit steigt Genus in den Rang einer grammatischen Kategorie auf (Degrammatikalisierung). Am Ende des Projekts soll eine Publikation stehen, die auch Verbreitungskarten enthält. Da der verengte Blick auf Einzeldialekte zu falschen oder unzulänglichen Erklärungen verleitet (z.B. dass die Neutra auf Diminutionen basieren), ist dieses Thema nur als Kooperation zwischen den drei Ländern Deutschland, Luxemburg und Schweiz durchführbar.

Das Projekt wird zudem unterstützt vom Fonds National de la Recherche Luxembourg und dem Schweizerischen Nationalfonds.

 

 

Arbeitsstelle Mainz

DFG-Projekt "Das Anna und ihr Hund"
Institut für Geschichtliche Landeskunde
an der Universität Mainz e.V.
Hegelstraße 59
55122 Mainz

Projektleitung:
Prof. Dr. Damaris Nübling

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:
Simone Busley
Julia Fritzinger M.A.

Website

Arbeitstelle Luxemburg

DFG-Projekt "Das Anna und ihr Hund"
Institut fir lëtzebuergesch Sprooch- a Literaturwëssenschaft
Université du Luxembourg
Faculté des Lettres, des Sciences Humaines, des Arts et des Sciences de l’Education
Route de Diekirch
L-7220 Walferdange
Tel. 0035 / 2-466644-6383

Projektleitung:
Prof. Dr. Peter Gilles

Website

Arbeitsstelle Freiburg

DFG-Projekt "Das Anna und ihr Hund"
Universität Freiburg
Philisophische Fakultät
Germanistische Linguistik
Büro 2231
Av. de l'Europe 20
CH-1700 Freiburg
Tel. 0041 / 26300-7885

Projektleitung:
Prof. Dr. Helen Christen

Projektbeschreibung