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Die Unternehmens- und Familiengeschichte von Zucker-Goebel, Mainz

Leitung: Dr. Elmar Rettinger / Bearbeitung: Dr. Ute Engelen

Das Projekt

Zuckerwarenfabrik L. Goebel in der Fuststraße, 1909 (c) Stadtarchiv Mainz

Am Institut für Geschichtliche Landeskunde wird derzeit die Familien- und Unternehmensgeschichte des in der lokalen Erinnerung der Mainzer stark verankerten Familienbetriebs Zucker-Goebel erforscht. Das Unternehmen ist sowohl aufgrund seiner relativen Größe, seiner schwierigen Entwicklung in den 1920er-/1930er-Jahren als auch seiner Rolle im kollektiven Gedächtnis der Stadt ein interessantes Forschungsobjekt.

Vor dem Ersten Weltkrieg beschäftigte die 1877 eingerichtete Conditoreiwaaren-, Lebkuchen- und Bonbonsfabrik L. Goebel ca. 200 Mitarbeiter. In einem Artikel des Neuesten Anzeigers von 1908 als „weitaus größte Zuckerwarenfabrik Hessens und Waren nach Mittel-, Süd- und Westdeutschland und Luxemburg“ charakterisiert. Bekannt war die Fabrik nicht nur für ihre innovativen und frischen Produkte, sondern auch für den gelungenen Einsatz technischer Mittel. Diesen konnten die Kunden u. a. im "Monder", dem Schaufenster, bewundern, so beispielsweise einen Ostereier legenden Hasen oder einen Nikolaus, der Lebkuchenfiguren aus seinem Sack holte und dann eine Zigarre rauchte.

In den 1920er- und 1930er-Jahren geriet das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten. Inwieweit hierfür die ungünstigen wirtschaftlichen Bedingungen wie die Besatzung bis 1930, die Inflation und die Weltwirtschaftskrise verantwortlich waren und welche Rollen ökonomische Fehlentscheidungen spielen, muss aufgrund der spärlichen Überlieferungslage erforscht werden.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs begründete Lorenz Goebel, der Enkel des gleichnamigen Firmengründers, das Unternehmen als Süßwarengroßhandlung neu. Im Jahr 1977 feierte L. Goebel sein 100-jähriges Jubiläum.

Erste Informationen zur Geschichte von L. Goebel finden Sie hier.

Erinnern Sie sich an Zucker-Goebel?

Stand auf dem Weinmarkt, 1934 (c) Franz Birle

Erinnern Sie sich noch an Zucker-Goebel in Mainz? Wir interessieren uns für Ihre Erinnerungen an Produkte wie die Himbeerbonbons und die dekorierten Schaufenster der Konditorei Goebel! Erzählen Sie uns Ihre Erlebnisse mit dem Zucker-Goebel oder die von anderen gehörten kuriosen Geschichten. Auch Produktverpackungen der Firma, schriftliche oder bildliche Dokumente sind willkommen!

Wir möchten die Geschichte des Unternehmens Zucker-Goebel und der Familie Goebel auch aus der Perspektive seiner Kunden schreiben. Helfen Sie uns dabei! Sie erreichen uns im Institut für Geschichtliche Landeskunde, Hegel­straße 59, 55122 Mainz, Tel.: 06131/3938305 und unter Engelen{at}uni-mainz.de.