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Brauereien und Bierkonsum im rheinland-pfälzischen Raum - 19. - 20. Jahrhundert

Leitung: Dr. Ute Engelen

Lahnsteiner Brauerei GmbH & Co. KG

Rheinland-Pfalz gilt als Weinland – etwa zwei Drittel der deutschen Rebfläche liegen in diesem Bundesland. Dennoch spielten und spielen Brauereien sowie der Bierkonsum hier bis heute eine bedeutende Rolle. Dementsprechend veröffentlichte das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium 2009 anlässlich des Tags des deutschen Reinheitsgebots die Broschüre „Bierland Rheinland-Pfalz“.

Neben der Bitburger Brauerei, einer der größten deutschen Privatbrauereien, stellen hier zahlreiche mittelständische und gleichfalls traditionsreiche Unternehmen wie Kirner oder die Westerwald-Brauerei H. Schneider, aber auch junge Brauereien wie Rheinhessen-Bräu Bier her und vertreiben dieses auf lokaler, regionaler und überregionaler Ebene. Viele Brauereien sind mit ihrem Standort, der Gemeinde oder der Region, eng verbunden und gehören geradezu zur Identität eines Ortes. Der Markenname verweist nicht selten auf die Herkunft. Zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe bauen Braugerste an, die zum Teil vor Ort vermälzt und dann zum Brauen verwendet wird.

Privatbrauerei Eichbaum

Trotz des großen Weinangebots in großen Teilen von Rheinland-Pfalz gibt es im Bundesland zahlreiche dezidierte Bierorte und -regionen und selbst in den Weinanbaugebieten wird viel Bier konsumiert. Im Jahr 2019 wurden in Rheinland-Pfalz 5,9 Mio. Hektoliter Bier getrunken, das entspricht 6,4 % des deutschen Bierabsatzes.
Damit war der Bierkonsum im Vergleich zur Bevölkerungsgröße überdurchschnittlich Tatsächlich lässt sich der Statistik des Bundesverbands der deutschen Spirituosen-Industrie und -importeure „Pro-Kopf-Verbrauch der verschiedenen alkoholhaltigen Getränke nach Bundesländern (Stand Oktober 2018) entnehmen, dass der Weinkonsum in dem Gebiet Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland 2017 mit 18,5 Litern sogar unter dem deutschen Durchschnitt (20,9 l) lag. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede: Der Nielsen-Studie von 2017 zufolge kauften die Bürger*innen in Rheinhessen-Pfalz anderthalb bis fast doppelt soviel Wein wie jene in den Microregionen Koblenz-Trier, Hessen und dem Saarland.


Das Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. lässt im Sommersemester 2021 im Rahmen einer Lehrveranstaltung von Dr. Ute Engelen mit Studierenden der Johannes Gutenberg-Universität Mainz die Geschichte weiterer Brauereien zur Veröffentlichung auf https://www.wirtschaftsgeschichte-rlp.de, einer Themenseite von https://regionalgeschichte.net, erarbeiten. Bisher wurden hier bereits Unternehmensgeschichten der nicht mehr bestehenden Unternehmen Mainzer Aktien-Bierbrauerei und Schwartz-Storchen AG, aber auch der aktiven Betriebe KirnerRheinhessen-Bräu und der Westerwald-Brauerei H. Schneider veröffentlicht. In Kürze kommen Beiträge zur Eichbaum-Werger-Brauerei in Mannheim/Worms, zum Frankenthaler Brauhaus, der Königsbacher Brauerei in Koblenz, der St. Martinsbrauerei (heute Lahnsteiner) in Lahnstein sowie der Park- und Bürgerbräu in Pirmasens (früher auch Zweibrücken) hinzu.

Auf der Website des Stadthistorischen Museum Mainz werden mit der Brauerei zur Sonne, der Brauerei zum Schöfferhof, der Altmünster-Brauerei, der Rheinischen Brauerei, der Brauerei zum schwarzen Bären und der Brauerei zum Birnbaum weitere frühere Brauereien in den Blick genommen.

In einem weiteren Schritt soll die Geschichte der Brauereibranche und des damit verbundenen Bierkonsums im Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz im 19. und 20. Jahrhundert erforscht und voraussichtlich in Form eines Buches veröffentlicht werden.

Kontakt

Dr. Ute Engelen
Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V.
Hegelstraße 59, 55099 Mainz
Tel. 06131/276 70-13
engelen{at}uni-mainz.de

Literatur

Eine kurze Literaturübersicht zum Thema erhalten Sie hier.