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Digitaler Atlas der Weinkultur in Rheinland-Pfalz

Leitung: Simeon Guthier, M.A.

Hendrik Doss

Weinbau und Weinkultur sind zentrale Bausteine der rheinland-pfälzischen Identität: Über 65% der deutschen Weine stammen heute aus unserem Bundesland, etwa 40% aller rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsbetriebe praktizieren Weinbau. Seit der Antike hat der Weinbau in unserer Region die Wirtschaft und den Handel maßgeblich geprägt und in Kultur, Sprache und Politik vielfältige Spuren hinterlassen. Er gehört bis heute zu den Motoren der Wirtschaft und des Tourismus in Rheinland-Pfalz.

Was ist das Ziel des Projekts? Die verschiedenen Weinanbaugebiete in Rheinland-Pfalz sind Weinkulturlandschaften. Sie erreichen diesen Status durch die Verknüpfung von Weinkonsum und Weintourismus, wodurch die jeweilige Landschaft zur Marke wird. Kultur und Geschichte der einzelnen Region tragen auf diese Weise maßgeblich zur Vermarktung der dort angebauten Weine bei. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der hiesigen Weine herauszustellen, kann die qualitative Wahrnehmung der einzelnen Anbaugebiete positiv beeinflussen. Die Stärkung des Bewusstseins um die kulturelle Tradition trägt zudem bundesweit und international zur eigenen Positionierung bei. Die zahlreichen Themen, von archäologischen Funden über sprachwissenschaftliche oder gesellschaftliche Aspekte bis hin zur Maschinisierung des Weinbergs, sind für sich genommen oft bereits wissenschaftlich erforscht. Eine Vermittlung dieser Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit steht jedoch vielfach noch aus.

Zielgruppe und Einsatzmöglichkeiten: Zur Stärkung dieses Bewusstseins soll ein „Digitaler Atlas der Weinkultur in Rheinland-Pfalz“ geschaffen werden. Das Vermittlungsangebot richtet sich identitätsstiftend an die heimische Öffentlichkeit und an Menschen mit touristischem Interesse an den Weinbauregionen. Der Atlas soll als Online-Projekt die vielfältige Geschichte und Kultur des Weinbaus unseres Landes zugänglich machen und zur näheren Beschäftigung mit dem Thema einladen. Im musealen Einsatz vor Ort werden die didaktisch angepassten Inhalte zu einem medialen Blickfang und Interaktiven Erlebnis für die Besucher. Der Atlas soll dort als großformatige, interaktive Projektionsfläche (bspw. direkt auf einer physischen Silhouette von Rheinland-Pfalz) präsentiert werden. Eine solche Installation kann als Publikumsmagnet und für einführende Inhalte genutzt werden. Gleichzeitig wird aber auch die Möglichkeit geschaffen, auf geringem Raum weiterführende Vertiefungsebenen bereitzustellen. Die Option das System zukünftig um weitere Themen, Sonderausstellungen oder saisonale Inhalte zu erweitern, wird im Sinne der Nachhaltigkeit von Anfang an in die Planung einbezogen.

Warum ein Atlas? Der Einstieg in die unterschiedlichen Themenbereiche soll über weinkulturelle Bezugspunkte aus dem ganzen Land geschehen, die Interesse schüren und Vertrautheit wecken. Hierzu zählen beispielsweise Kulturdenkmäler wie das Deutsche Weintor, die Liebfrauenkirche in Worms (Liebfrauenmilch), der Herrenhof in Mußbach (ältestes Weingut, 7. Jh.), archäologische Funde aus der Römerzeit, geologische Besonderheiten wie das Forster Ungeheuer, die Moselschleife bei Kröv oder einzigartiges Terroir, kulturelle Besonderheiten wie Weinköniginnen und Weinfeste bis hin zu Kuriositäten wie dem Speyerer Domnapf oder dem Dürkheimer Riesenfass. Die reiche Weinkultur unseres Landes bietet viele solcher „Leuchttürme“, mit denen sich die facettenreiche Weintradition ansprechend und bürgernah vermitteln lässt.

Es sollen dazu zahlreiche soziale und kulturelle Aspekte wie Dialekte, Winzersprache, Wein- und Flurnamen sowie historische Besonderheiten berücksichtigt werden. Diese Merkmale bilden in ihrem Zusammenspiel die spannende Geschichte und auch Identität des Landes Rheinland-Pfalz.

Förderer und Träger

Gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Der Deutsche Verband für Archäologie e.V. (DVA) ist Initiator und Träger des Förderprogramms.

Das Projekt wird zu 75 Prozent gefördert durch das genannte Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie zu 25 Prozent durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz (MWVLW).

Für diese Förderungen möchten wir uns im Namen aller Beteiligten herzlich bedanken. Eine Veröffentlichung des Atlas ist im Dezember 2021 geplant.

Träger des Projekts ist das Deutsche Weinbaumuseum in Oppenheim, mit dem das IGL bereits bei vergangenen Projekten eng kooperiert hat.

Gefördert durch:

aufgrund eines Beschlusses
des Deutschen Bundestages

 

 

Gefördert durch:

Projektträger

Projektleitung