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Geschichte genussvoll entdecken – Tradition und Weinkultur in Rheinhessen

Leitung: Simeon Guthier, M.A.

Weinbau und Weinkultur sind zentrale Bausteine der rheinhessischen Identität. 131 von 136 Gemeinden betreiben hier auf der eigenen Gemarkung Weinbau und machen Rheinhessen zum deutschlandweit größten Anbaugebiet. Diesem Themenfeld möchte das IGL mit einer eigens konzipierten Broschüre und einer Internetseite Rechnung tragen.

Für die Gestaltung sollen „Orte der Weinkultur“ als Anknüpfungspunkte für die verschiedenen historischen Themen herangezogen werden. Darunter werden Denkmäler, Sehenswürdigkeiten, Gebäude, Landschaften, bedeutende Weinberglagen, aber auch historische Werkzeuge und Arbeitsmethoden der Winzer oder die zahlreichen ortstypischen Weinfeste und Winzertraditionen verstanden. Der Schwerpunkt des Projekts soll dabei auf den Entwicklungen des 19. und 20. Jahrhunderts liegen, während die ältere Geschichte stärker zusammengefasst dargestellt wird. Als Umfang des Vorhabens wird eine gebundene Broschüre von etwa 150 Seiten (inklusive Bildmaterial) und eine frei zugängliche Internetseite angestrebt. QR-Codes in der Druckausgabe ermöglichen dabei den leichten Zugang zur digitalen Ausgabe mit weiterführenden Informationen und zusätzlichen Medienangeboten. Demgegenüber sollen Portraits zu traditionellen Gastronomie- und Winzerbetrieben aus der LEADER-Region sowie weinhistorische Wanderwege dazu einladen, die Region zu entdecken.

Das breite Spektrum an Themen soll im Zuge des ortsübergreifenden Projekts „Geschichte genussvoll entdecken – Tradition und Weinkultur in Rheinhessen“ durch einen chronologischen, einen geographischen und einen thematischen Einstieg zugänglich gemacht werden. Zur historischen Verortung wird entsprechend beabsichtigt, einen Abriss über die Weinbaugeschichte der Region von der Antike bis ins 21. Jahrhundert zu erstellen. Dabei sollen die historisch-geographischen Besonderheiten und Gemeinsamkeiten der drei rheinhessischen Anbaugebiete herausgearbeitet werden.
Thematische Schwerpunkte zeigen den Facettenreichtum der Weinbaugeschichte, darunter die Arbeitswelt der Winzer, jüdische Weinhändler, Keltertechnik, Schönung, Visierkunst, Liebfrauenmilch, Winzersprache, Frauen im Weinberg, Weinschröter und Transportwege, historischer Weingeschmack, Marketing oder die Entwicklung von Weinetiketten. 

Rheinhessen ist eine Weinkulturlandschaft. Dieser Status wurde durch die Verknüpfung von Weinkonsum und Weintourismus erreicht, wodurch die Landschaft zur Marke wird. Die Kultur und die Geschichte der Region tragen auf diese Weise maßgeblich – neben der Wissensvermittlung und Identitätsstiftung – auch zur Vermarktung des Weins bei. Hierzu kommt außerdem der Aspekt der Authentizität des rheinhessischen Weinbaus, welcher in erster Linie historisch verankert ist. Eine übersichtliche Weinwirtschaftsgeschichte mit Schwerpunkt auf dem 19. und 20. Jahrhundert ist ein identitätsstiftender Beitrag für die regionale und überregionale Öffentlichkeit im Great Wine Capital „Mainz und Rheinhessen“. 

Das Vorhaben wird unterstützt durch die Europäische Union und das Land Rheinland-Pfalz, vertreten durch die ELER-Verwaltungsbehörde, das „Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz“. Das Projekt entsteht in enger Kooperation mit der Weinbruderschaft Rheinhessen zu Sankt Katharinen e.V. unter der Leitung des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V.


Digitalisierung der Ausstellung "Unser Wein und sein Etikett"

Parallel zum LEADER-Projekt wird in Kooperation mit Rheinhessenwein e.V. die Ausstellung „Alles Etikettenschwindel? Qualitäts-, Lagen- und Herkunftsbewusstsein im Spiegel der Weinetiketten (1816-2016)“ digitalisiert. Die Ausstellung wird seit 2016 im Deutschen Weinbaumuseum gezeigt und wurde 2020 für die ausgefallene Rheinland-Pfalz Ausstellung unter dem Namen „Unser Wein und sein Etikett“ grundlegend überarbeitet. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die überarbeitete Ausstellung bisher noch nicht gezeigt werden und wird nun erstmalig verfügbar gemacht. Die Digitalisierung der Ausstellung ist ein eigenständiges Vorhaben und ergänzt das o.g. LEADER-Projekt um zusätzliche Inhalte.

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