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Die Judenpolitik der Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten von Adolf II. von Nassau bis Anselm Franz von Ingelheim 1461–1695 (Band 2)

Werner Marzi, unter Mitarbeit von Ulrich Hausmann: Die Judenpolitik der Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten von Adolf II. von Nassau bis Anselm Franz von Ingelheim 1461–1695 (Beiträge zur Geschichte der Juden in Rheinland-Pfalz 2), 288 Seiten, 57 Abbildungen, 9 Karten, ISBN: 978-3-945751-41-1, 34,90 Euro.

Als 1470 Erzbischof Adolf II. von Nassau den allgemeinen Judenschutz aufkündigte, den Haus- und Grundbesitz der Juden beschlagnahmen lief und sie aufforderte, ihre Wohnorte zu verlassen, endet die mittelalterliche Judengemeinde in Mainz. Die rechtliche Lage der Juden hatte sich schließlich bereits seit den Pogromen der Pestzeit (1349) erheblich verschlechtert. Auch in den folgenden Jahren sollte das Leben den Juden im frühneuzeitlichen Kurmainz durch Höhen und Tiefen geprägt bleiben - nicht zuletzt aufgrund der unterschiedlichen Politik der jeweiligen Erzbischöfe und Kurfürsten. Zeitweise mussten Juden die Stadt verlassen, zu anderen Zeiten wurden sie wegen ihrer Fähigkeiten in Medizin, Wissenschaft oder Technik aufgenommen oder genossen als wichtige Handelspartner und Kreditgeber den Schutz des Landesherrn. Ihre Situation war anhaltend und unbeständig. nur eines war sicher: Die politisch-rechtliche Stellung der Juden war stets Thema der landesherrlichen und bischöflich-pastoralen Politik.

In seinem umfangreichen Werk ist Werner Marzi nach intensiver Beschäftigung mit der Forschungsliteratur und dem Studium einschlägiger Archivalien eine kompakte und kenntnisreiche Darstellung der frühneuzeitlichen Judenpolitik im Kurmainzer Herrschaftsgebiet gelungen. Diese wird durch Ulrich Hausmanns Beitrag zur Siedlungsgeschichte der Kurmainzer Juden ergänzt.

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