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Bildungsgeschichte(n) in Rheinland-Pfalz

Vortragsreihe April bis Juni 2019

Schon im Buch Kohelet der Biblia Latina Vulgata werden Wissen, Weisheit und Erkenntnis als für das Tun des Menschen unverzichtbar gepriesen. Programmatische Aussagen des Textes („Wissen ist besser als Macht“; „Wissen ist besser als Waffen“) wurden in jüdischen und christlichen gelehrten Diskursen immer wieder aufgegriffen. Sie spielten bei der Suche nach Wahrheit und im Ringen um Chancen und Begrenzungen menschlicher Wissens- und Willensfreiheiten und somit in den Gestaltungsmöglichkeiten gesellschaftlicher Wert- und Ordnungsvorstellungen stets eine unverzichtbare Rolle.

Die Vortragsreihe des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V. (IGL) des Jahres 2019 nimmt ausgewählte Entwicklungsschritte in der von stetem Wandel und zugleich von Rezeptionen tradierter Überlieferungen geprägten Bildungsgeschichte und der damit einhergehenden Vermittlung von gelehrtem sowie gesellschaftlich nützlichem Wissen in den Blick. Der komplexe und keinesfalls eindeutige Begriff der Bildung umfasst dabei unverzichtbare kognitive und emotionale Fähigkeiten und Inhalte zur Formung von Menschen sowie den verantwortlichen Umgang mit diesen. Im Mittelpunkt der Vorträge stehen Wissensräume und damit vom jeweiligen zeitgebundenen Ordnungswillen geschaffene Institutionen der Bildungsvermittlung. Neben allgemeinen Entwicklungen und Befunden geht es immer auch um lokale und regionale Ausprägungen in den Landschaften an Rhein und Mosel. In den Blick genommen werden vor allem zentrale Etappen der Bildungsgeschichte in den letzten rund tausend Jahren. Fundamente der Wissensaneignung reichen freilich auf vielfache Weise in die Antike zurück. Sie wirken über spezifische politische und kulturelle Einheiten hinaus und waren immer offen für Wissensbestände anderer Kulturen. Zugleich sind die Akteure der Wissensvermittlung immer darauf angewiesen, bewährte Traditionen und gegenwärtige gesellschaftliche Bedürfnisse miteinander zu verknüpfen und mit Blick auf eine möglichst umfassende Bildung von Menschen zum Ausgleich zu bringen. Traditionen und Brüche dieser Bildungsgeschichte(n) werden somit zu einem faszinierenden Spiegel gesamtgesellschaftlicher wie auch spezifisch regionaler Entwicklungen an Rhein und Mosel. 

Die Vortragsreihe des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz (IGL) findet in Kooperation mit dem Erbacher Hof – Akademie und Tagungszentrum des Bistums Mainz statt. Die Vorträge beginnen jeweils um 19:00 Uhr.

Vorträge:

Montag 1. April 2019: Andreas Lehnardt, Die SchUM-Städte Mainz, Speyer, Worms. Zentren der Gelehrsamkeit im askenasischen Judentum

Mittwoch 10. April 2019: Martin Kintzinger, Wissensräume im hohen Mittelalter: Kloster- und Stiftsschulen, Universitäten

Dienstag, 7. Mai 2019: Michael Matheus, Bildungsaufbrüche im Zeitalter Gutenbergs

Dienstag 21. Mai 2019: Bettina Braun, "Die weibliche Jugend verdienet [...] keine geringere Sorge, als man für die Bildung der Knaben erfordert". Mädchenbildung unter konfessionellen Vorzeichen 1500-1800

Mittwoch 5. Juni 2019: Anna Kranzdorf, Humboldts lange Schatten. Das humanistische Bildungsideal zwischen „quälenden Lateinstunden“ und „überzeitlichen Werten“,

Dienstag 18. Juni 2019: Andreas Linsenmann „Donner la jeunesse rhénane un nouveau idéal“ – Neuordnungsansätze der französischen Besatzungsmacht im Bildungsbereich nach 1945

Abschluss: Podiumsdiskussion: „Chancen und Herausforderungen an Bildungsinstitutionen heute“ (Termin und Ort werden noch bekanntgegeben)

Beginn: Jeweils um 19:00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus am Dom, Liebfrauenplatz 8, Mainz
Der Eintritt ist frei.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.