Newsletter des IGL

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des Instituts,

wir möchten Sie auf einige interessante Veranstaltungen aufmerksam machen:

Stadtführung "Auf den Spuren verfolgter Frauen in Mainz während der NS-Zeit" am 1. Februar

Stadtrundgang des Vereins für Sozialgeschichte Mainz e.V. und des IGL im Rahmen der Veranstaltungen zum Gedenken an den 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz

Der Rundgang thematisiert die Schicksale einzelner Frauen in und aus Mainz sowie Rheinhessen, die Opfer von Verfolgung durch die Nationalsozialisten waren. Neben der berühmten Schriftstellering Anna Seghers werden beispielsweise die Krankenschwester Lucia Bub (geb. Weimer) und die KPD-Politikerin und Widerständlerin Franziska Kessel vorgestellt. Dabei sollen die biographischen Skizzen von einem Überblick zu den Themen "Machtergreifung" und Gleichschaltung 1933, Entmachtung des Stadtrats, schrittweise Entrechtung und wirtschaftliche Ausschaltung der Juden sowie Zerstörung der Synagogen bis zur Deportation und Ermordung der Sinti und Juden eingerahmt werden.

Beginn: 11:00 Uhr
Ort: Mainz, Schillerplatz (Fastnachtsbrunnen)

Buchvorstellung "Gutenberg und sine frunde. Studien zu patrizischen Familien im spätmittelalterlichen Mainz" am 4. Februar

In der Reihe « Geschichtliche Landeskunde » des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. (IGL) ist die Dissertation von Frau Dr. Heidrun Ochs erschienen. Das Buch wird am 4. Februar um 18:30 Uhr im Gutenberg-Museum Mainz offiziell vorgestellt.

Eingerahmt wird die Buchvorstellung von einem Vortrag der Autorin Dr. Heidrun Ochs sowie einer offenen Podiumsdiskussion mit den Fachwissenschaftlern Prof. Dr. Michael Matheus, Prof. Dr. Wolfgang Dobras und Dr. Kai-Michael Sprenger. Neben dem spezifischen Wert des Bandes für die Gutenbergforschung wird in der Podiumsdiskussion auch thematisiert, wie neuere Forschungsansätze wie die Personennetzwerkforschung künftig auch für die Gutenbergforschung nutzbar gemacht werden können. Mit Blick auf eine zunehmende Positionierung der Geistewissenschaften im digitalen Kontex werden hier auch aktuell laufende prosopographische Datenbanken thematisiert und am Beispiel der Familie Gensfleisch ("Die Gensfleischs in der Datenbank") vorgestellt.

Als Ausklang der Veranstaltung erwartet Sie ein kleiner Empfang.

Zur Thematik:
Johannes Gutenberg, der Erfinder der Buchdruckerkunst, ist eine der bekanntesten Mainzer Persönlichkeiten und gehörte dem Patriziat der Rheinmetropole an, das die Geschicke der Freien Stadt über rund 200 Jahre bestimmte und 1462 mit der Mediatisierung der Stadt aufhörte zu existieren.
Was zeichnete die Angehörigen dieser reichen und alteingesessenen Familien als Mitglieder des Patriziats aus? Wodurch wurde ihre Identität als Patrizier des spätmittelalterlichen Mainz bestimmt? Verfolgten die Patrizier unterschiedliche Interessen oder agierten sie weitgehend einheitlich? Diesen Fragen geht die Autorin anhand der drei Familienverbände der Gensfleisch, derer zum Jungen und der Löwenhäupter nach. Mittels eines personengeschichtlichen Zugangs und auf der Grundlage von 471 Einzelbiogrammen zeigt sie, wie die Handlungsspielräume und Entscheidungen durch die Lebenskreise, in die die Familienmitglieder eingebunden waren, ihre frunde, bestimmt wurden und welche Rolle sie für den Charakter bzw. die Identität patrizischer Familien im spätmittelalterlichen Mainz spielten.

Veranstaltungsbeginn: 18:30 Uhr
Veranstaltungsort: Gutenberg-Museum Mainz (Liebfrauenplatz 5, 55116 Mainz)
Eintritt frei. Anmeldung nicht erforderlich.